Schweizer Armee: Cyber-, Weltraum- und Informationssoldaten im Fokus
In der Armee gibt es einige Funktionen mit Selektion während der Rekrutenschule.
Drei kürzlich geschaffene sollen hier näher vorgestellt werden: Weltraum-, Cyber- und Informationssoldaten.
Cybersoldaten gibt es seit 2018, die zwei anderen Funktionen befinden sich im Aufbau. Was sind die Aufgaben der jeweiligen Funktionen mit Selektion in der RS, wie bewirbt man sich und welche Vor- oder Ausbildungen eignen sich?
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Text: Kommunikation Verteidigung, Christian Bärtschi, unterstützt durch KI
Diese drei Funktionen zeigen, wo die Armee künftig Schwerpunkte setzt und Kompetenzen aufbaut: im Weltraum, im Cyberraum und im Informationsraum.
Cyberbedrohungen erkennen und bekämpfen
Seit 2018 bildet die Armee zur Abwehr digitaler Bedrohungen Cybersoldaten aus. Der Weg beginnt mit der vordienstlichen Cyberausbildung SPARC. Wer dann die RS beginnt und ein Selektionsverfahren besteht, wird nach sechs Wochen RS in den Cyber Lehrgang umgeteilt. Dieser dauert 40 Wochen und beinhaltet neben viel technischer Ausbildung auch die Führungsausbildung zum Wachtmeister. Nach Abschluss des Lehrgangs werden die militärischen Cyberspezialist/innen ins Cyber Bataillon 42 oder in die Elektronische Abteilung 46 eingeteilt. Beide Milizverbände unterstützen die Berufsorganisation des Kommando Cyber. Ziel ist die Sicherstellung der Durchhaltefähigkeit und der Weiterausbildung im Rahmen von Cyberübungen.
Ein Quereinstieg in die Cybermiliz, ohne Teilnahme am Cyber-Lehrgang, ist möglich.
Was tun militärische Cyberspezialist/innen?
Cyberspezialist/innen der Armee entwickeln Softwaretools, analysieren Cyber-Ereignisse und -Attacken sowie Schwachstellen, untersuchen Bedrohungen für Systeme der Informatik- und Kommunikationstechnik der Armee, beheben Störungen und führen technische und forensische Untersuchungen durch. Zudem analysieren sie die Lage im Cyberraum und unterstützen, beraten und schulen die Truppe.
Die praxisnahe Cyberausbildung der Armee ist in der Wirtschaft und Bildungslandschaft anerkannt. So können Teilnehmende des Cyber Lehrgangs seit 2026 während dem Lehrgang die eidgenössische Berufsprüfung zum Cyber Security Specialist ablegen und erlangen somit ein zivil anerkanntes Diplom.
Weltraumsoldaten – gegen Bedrohungen aus dem All
2016 beschloss die Schweizer Armee, den Weltraum in die Fähigkeitsplanung einzubeziehen. Ziel ist, operationelle Fähigkeiten im Weltraum zu erlangen bzw. auszubauen, um die Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Dieser Fähigkeitsausbau wird in der Gesamtkonzeption Weltraum beschrieben.
Wer sich für Satelliten, Orbitalmechanik und militärische Anwendungen im All interessiert, kann seit kurzem Weltraumsoldat beim Kompetenzzentrum Weltraum (Komp Zen Wrm) werden. Der 38-wöchige Lehrgang erfordert die Bereitschaft, sich zum Wachtmeister ausbilden zu lassen.
Interessierte melden sich entweder an der Aushebung beim Rekrutierungsoffizier, idealerweise mit einem Empfehlungsschreiben des Komp Zen Wrm, oder aber in der RS-Woche 2, in jeder Schule der Armee.
Sechs Funktionen
Es gibt sechs Funktionen: Lageverfolgung, Operationen, Weltraumlogik, Front- und Back-End-Softwareentwicklung sowie Betrieb von Bodenstationen. Besonders geeignet sind Studenten und Spezialisten in den Bereichen Informatik, Astrophysik, Robotik, Erdbeobachtung, Telekommunikation oder ähnliche Berufe mit Fokus auf die Anwendung weltraumgestützter Dienste. «Entscheidend ist die Begeisterung für den Weltraum und die Bereitschaft zum Dienst für die Schweiz», betont Ludovic Monnerat, Chef Komp Zen Wrm.
Weltraumsoldaten erwerben Fachwissen mit hohem zivilem Nutzen – eine gute Basis, um in den entsprechenden Branchen eine Stelle zu finden.
Verteidigungsfähigkeit im Informationsraum
Um die Schweiz und ihre Bevölkerung zu verteidigen, muss die Schweizer Armee sich auch im Informationsraum schützen können. Hauptziel ist es, den Willen und den Zusammenhalt der Armeeangehörigen zu erhalten und zu stärken.
Informationssoldaten tragen dazu bei, indem sie die Armee bei der Erstellung und Verbreitung von Kommunikationsprodukten sowie bei der Interaktion mit zivilen Anspruchsgruppen unterstützen.
Aufgrund des breiten Aufgabenspektrums werden Informationssoldaten während der Rekrutenschule entsprechend ihren Fähigkeiten und ihrem Vorwissen folgenden Spezialgebieten zugeteilt:
- Fotograf/in, Videograf/in
- Gesprächsführer/in, Sprecher/in
- Publisher/in, Community Manager/in
- Redaktor/in
- Mediamatiker/in
- Polygraph/in, Medientechnolog/-login
- Veranstaltungstechniker/in
Wie man sich als Informationssoldat bewirb
Seit Januar 2026 läuft in der RS 1/26 ein Pilotprojekt zur Ausbildung von Informationssoldaten.
Ab dem RS-Start 2/26 findet die Selektion in allen Rekrutenschulen innerhalb der ersten sechs Wochen statt. Nach einer Informationsveranstaltung in den ersten zwei Wochen können sich alle Rekrutinnen und Rekruten schriftlich mit Lebenslauf bewerben.
Nach einer Vorauswahl finden in Woche 4 die definitiven Selektionsgespräche statt.
Wer für die Ausbildung ausgewählt wird, wechselt Ende RS-Woche 6 aus der bisherigen Rekrutenschule in die RS in Jassbach (BE) und absolviert dort die restlichen 12 Wochen des Grundausbildungsdienstes.
Quelle: VBS/DDPS
Bildquelle: Symbolbild © VBS/DDPS
